11.02.2025
Würde statt Verachtung
Das FORUM "AMIN miteinander.aktiv-interkulturell" der EAD meldet sich in der Migrationsdebatte zu Wort
Die Würde des Menschen ist unantastbar (GG Art. 1)
Das gilt für alle Menschen in Deutschland, unabhängig von ihrer Herkunft.

Mit großer Sorge nehmen wir den schleichenden Prozess wahr, der unser Land mehr zu bedenklichen Positionen treibt. Flüchtlinge werden pauschal als Gefahr gebrandmarkt und die einzige Lösung, um sich vor schrecklichen Anschlägen zu schützen, sieht man darin, die "Grenzen ganz dicht" zu machen.
Christen, die sich bisher in der Arbeit mit Geflüchteten engagiert haben, stehen vor einem Dilemma: Sollen sie sich weiterhin für Geflüchtete einsetzen? Oder ist es geboten, im Blick auf die Sicherheit unserer Gesellschaft sich für eine restriktive Migrationspolitik einzusetzen?
Das FORUM "AMIN miteinander.aktiv-interkulturell" der EAD hat sich mit dieser Frage beschäftigt. Hierzu sind folgende Materialien zum Download und zur Verbreitung entstanden.
AMIN: 12 Thesen zu Migration und Asyl
- Würde statt Verachtung. Jeder Mensch ist zum Bild Gottes geschaffen (1. Mose 1,26). Das bekräftigt unser Grundgesetz: Die Würde des Menschen ist unantastbar (Art. 1). Das gilt für alle Menschen in unserem Land.
- Du sollst nicht falsch Zeugnis reden (2. Mose 20,26). Das fordert eine sachliche Auseinandersetzung bei unterschiedlichen Meinungen, die Würde des Anderen zu wahren sowie auf Halbwahrheiten und Beleidigungen zu verzichten.
- Konsequent handeln. Unsere gesellschaftlichen Grundwerte (Art. 1-11 GG) sind nicht verhandelbar. Gewalt, Antisemitismus und Rassismus haben hier keinen Platz.
- Seid barmherzig wie euer Vater im Himmel barmherzig ist, fordert Jesus (Lukas 6,36). Gott hat uns reich beschenkt. Seine Großzügigkeit und Gnade wollen wir mit anderen teilen.
- Christen anderer Herkunft und Sprache gehören zu unserer Familie (Gal 3,28). Sie bereichern unser Gemeindeleben und unsere Theologie. Sie verstehen sich als integraler Teil unserer Gesellschaft.
- Schon immer gab es Migration. Menschen ziehen aus Not oder Hoffnung auf ein besseres Leben um. Fast alle biblischen Personen waren Geflüchtete, z.B. Noah, Abraham, Mose, David, Jesus. Millionen Deutsche zogen ins Ausland, andere kamen in unser Land, und unsere Kultur wurde dabei immens bereichert.
- Integration durch Begegnung. Integration braucht persönliche Begegnungen, jeder Zugezogene einen hier aufgewachsenen Freund. Der Staat kann dies finanziell unterstützen, geleistet wird es von ganz vielen Menschen (3. Mose 19,34). Nur so bereichert Migration auch unsere Kultur.
- Integration durch Teilhabe. Integration ist ein langer Prozess, der alle verändert, die hier Aufgewachsenen und die Zugezogenen. Es bedeutet Teilhabe am Leben der Gesellschaft, statt Parallelgesellschaften. Geduld, statt Parolen; fördern und fordern.
- Asyl ist ein kostbares Gut. Menschen, die wirklich vor Krieg, Verfolgung oder Naturkatastrophen fliehen, sollten wir weiter aufnehmen. Das Asylverfahren ist jedoch viel zu kompliziert, langwierig und inkonsequent. Es muss klarer, schneller und schlanker werden.
- Realistische Steuerung. Wir müssen die Leistungsgrenzen unserer Gesellschaft anerkennen und Schwerpunkte setzen statt idealistische Forderungen zu stellen.
- Arbeitsmarktintegration. Der Zuzug von Beschäftigten muss reguliert und Integration in den Arbeitsmarkt erleichtert werden, besonders in Bereichen mit Fachkräftemangel. Dazu braucht es unbürokratische und schnelle Anerkennungsverfahren ausländischer Berufsabschlüsse sowie zweckmäßige Angebote zur sprachlichen und beruflichen Weiterbildung.
- Europäische Zusammenarbeit. Auch auf europäischer Ebene sind faire Regelungen notwendig. Kein Staat darf überfordert werden. Daher müssen europäische Migrationsabkommen in einem gemeinsamen europäischen Prozess überarbeitet werden.
Würde statt Verachtung
Ungleichbehandlung, Diskriminierung und Rassismus sind völlig fehl am Platz. Denn es ist kein Ansehen der Person vor Gott.
(Bildkarten für Social Media)
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12 Thesen zur Migration 2025
Christen, die sich bisher in der Arbeit mit Geflüchteten engagiert haben, stehen vor einem Dilemma: Sollen sie sich weiterhin für Geflüchtete einsetzen? Oder ist es geboten, für eine restriktive Migrationspolitik einzutreten?
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